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Nach der schweren Influenzawelle: Grippeschutzimpfung nutzen, unnötige Risiken vermeiden


Grippeimpfung: Wirksamer Schutz für Risikogruppen (Foto: Konstantin Yuganov)
Mannheim , 11.10.2018 - Nach wie vor lassen sich in Deutschland zu wenige Menschen gegen Grippe impfen, konstatiert Prof. Dr. Stefan Dazert. „Die schwere Influenzawelle der Wintersaison war ein Warnsignal“, so der Direktor der HNO-Klinik der Ruhr Universität Bochum. Es sei dringend notwendig, die Impfquote der Bevölkerung zu erhöhen. Laut Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen haben sich im vergangenen Winter nur knapp 35 Prozent der Personen über 60 Jahre impfen lassen.

Die Impfung mit dem Grippewirkstoff sei der beste Schutz vor einer Ansteckung mit dem gefährlichen Virus, erklärt HNO-Arzt Dazert: „Die echte Influenza ist keine harmlose Erkältung, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung. Sogar bei unkomplizierten Fällen dauert sie fünf bis sieben Tage an und ist oft mit einem schweren Krankheitsgefühl mit Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen sowie Reizhusten verbunden. Bei einem schweren Verlauf kann die Grippe zu einer Lungenentzündung führen und sogar tödlich enden“, warnt Dazert. Risikogruppen, wie ältere und chronisch kranke Menschen, Schwangere oder Angehörige des Gesundheitswesens, seien deswegen dringend aufgerufen, sich jedes Jahr gegen Grippe impfen zu lassen.

Die schwere Influenzawelle der Wintersaison 2017/2018 habe gezeigt, wie gefährlich die Grippe auch heute noch sein könne. „Noch nie zuvor lag die Zahl der Patienten mit schweren akuten respiratorischen Erkrankungen so hoch wie in der letzten Saison. Trotz ihrer saisonal unterschiedlichen Wirksamkeit ist die Impfung deswegen eine unabdingbare Schutzmaßnahme. Darüber muss das Bewusstsein in der Bevölkerung wachsen“, appelliert Dazert. Insbesondere die rückläufigen und zu niedrigen Impfquoten bei Risikogruppen müssten aufhorchen lassen. „Alte und kranke Menschen, Schwangere und Personen mit häufigem Kontakt zu kranken Menschen sollten sich rechtzeitig impfen lassen.“ Wer angesichts des Ausmaßes der letzten Grippesaison mit besonders vielen influenzabedingten Todesfällen auf eine Schutzimpfung verzichte, handele letzten Endes fahrlässig, warnt der Universitäts-Professor.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) war die Grippewelle im Winter 2017/2018 außergewöhnlich schwer. So gab es zum Beispiel geschätzte neun Millionen influenzabedingte Arztbesuche, zwei Millionen mehr als in den starken Grippesaisons 2012/13 und 2014/15. Darüber hinaus erreichte die grippebedingte Übersterblichkeit einen Höchststand. Die im Bericht gezeigten Daten für Berlin übertreffen mit geschätzten 1.100 zusätzlichen Todesfällen die bereits hohen Schätzwerte für 2016/17.

Nicht nur in Deutschland, sondern im gesamten europäischen Raum verzeichnen Wissenschaftler eine zunehmende Impfmüdigkeit in der Bevölkerung. Darin sieht Dazert einen besorgniserregenden Trend: „Man kann nur spekulieren, warum die Menschen sich dem Risiko einer schweren Grippe aussetzen. Die Influenza ist eine unterschätzte Gefahr, die sich nur durch hohe Impfraten begrenzen lässt.“

Die 52. Fortbildungsveranstaltung für Hals-Nasen-Ohrenärzte findet vom 1. bis 3. November 2018 im Congress Center Rosengarten in Mannheim statt. Der Kongress steht in diesem Jahr unter dem Titelthema „Hör- und Gleichgewichtsstörungen – Aktuelle Behandlungsstrategien für die Praxis“. Informationen zu Programm und Anmeldung sind im Internet unter www.fg-hno-aerzte.de abrufbar.

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